Reiseeindrücke El Calafate

Eigentlich schon seit ich in Argentinien angekommen bin, also seit August 2015, stand für mich fest: Ich will Gletscher sehen! Vor zwei Wochen habe ich mir diesen Wunsch dann erfüllt und habe mich mit zwei Freundinnen, die ich hier in La Plata kennengelernt habe, auf den Weg nach Patagonien, im Süden Argentiniens, gemacht, genauer gesagt nach El Calafate.

Bildschirmfoto 2016-06-29 um 11.08.15

Der Ort an sich ist eigentlich recht unspektakulär, eine typische, überteuerte Touristenhochburg, die hauptsächlich als Basis für Ausflüge in die Region und Skiurlaube genutzt wird. Einziges Highlight ist der Lago Argentino mit seinen verschiedenen Farbtönen, die von dunkelblau bis helltürkis reichen. Direkt am Stadtrand gibt es auch eine kleine Lagune, in der man freilebende Flamingos sehen kann. Leider war sie jedoch ausgerechnet an dem Tag geschlossen, an dem wir sie besichtigen wollten.

Nach einigem Hin und Her haben wir uns letztlich für einen Mietwagen, statt für eine geführte Exkursion entschieden, um zum Nationalpark Los Glaciares zu kommen. Im Nachhinein war es das Beste, was wir tun konnten, denn so hatten wir genügend Zeit, um uns den Gletscher Perito Moreno aus allen Blickwinkeln anzuschauen und die Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Nie hätte ich mir ausgemalt, dass Eis so viele verschiedene Farben haben kann, von hellweiß bis dunkelblau waren alle Schattierungen vorhanden. Eindrucksvoll untermalt wird der Anblick vom ständigen Knacken und Krachen des Eises.

Etwas überrascht wurden wir dann doch von der Kürze des Tages, schließlich ist El Calafate nur etwa 30km weiter vom Äquator entfernt als Frankfurt a.M. zum Beispiel. Das Bild von diesem wunderschönen Sonnenaufgang (dessen Farben in echt noch eindrucksvoller waren) habe ich um 9:24 Uhr Ortszeit aufgenommen.

IMG_5393

Mit dem Mietwagen haben wir auch einen ganztägigen Ausflug nach El Chaltén unternommen, einem Ort weiter im Norden, nahe der chilenischen Grenze. Es ist unglaublich, wie leer das Land dort einfach ist. Kilometer um Kilometer kann man fahren, ohne eine Menschenseele, oder auch nur ein Haus zu sehen. Die Straße und die unendlich langen Zäune sind das einzige Zeichen menschlicher Zivilisation, der Rest ist Natur pur. Von Kaninchen, Schafen und Kühen, bis hin zu Geiern, Adlern, Kondoren und Guanakos haben wir einen guten Einblick in die Tierwelt erhalten, die sich hier noch ungestört entfalten kann.

Grenzenlose Weite, Stille und klare Luft existieren hier zusammen mit Trockenheit, trostlosen Farben und einem kalten Wind. Die Gegend ist rau und nicht gerade einladend, aber fasziniert hat mich Patagonien trotzdem. Schade nur, dass wir nicht mehr als ein paar Tage dort verbringen konnten.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Fremde Welten abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Reiseeindrücke El Calafate

  1. Pingback: Fakten-Freitag #5 | missmargarite

  2. Rüdi schreibt:

    Verstehe: Eintritt nur mit nach rechts geföhntem Haar!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s