Mach’s anders-Montag #21

Wir alle kennen sie, die drei R’s des grünen Lebens: Reduce, Reuse, Recycle. (zu deutsch: reduzieren, wiederverwenden und recyceln) Allerdings gibt es noch mehr: In den nächsten Wochen möchte ich euch die sechs R’s des grünen Lebens erklären und näher bringen: Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle, Re-Think!!  (verweigern, reduzieren, wiederverwenden, reparieren, recyceln, überdenken!)

Im ersten Teil der Serie habe ich mich bereits mit dem ersten R „Refuse“ auseinandergesetzt, im zweiten Teil mit „Reduce“, deswegen steht diese Woche das dritte R „Reuse“ (zu deutsch: Wiederverwenden) an.

Als ich mich heute morgen – zum ersten Mal seit mehr als einer Woche – wieder auf den Weg zur Fundación begeben habe, musste ich erstmal stehen bleiben und missbilligend die Augenbrauen hochziehen. Normalerweise ist der Park, den ich morgens durchquere, stets aufgeräumt und sauber, heute morgen allerdings war er übersät mit Müll. Vielleicht lag es an den vielen Menschen, die den gestrigen Feiertag im Park verbracht haben, vielleicht hat der Wind den Inhalt einer kaputten Mülltüte verstreut, ich weiß es nicht. Das Ergebnis jedenfalls sah so aus:

IMG_5520

Ein eigentlich schöner, grüner Park, verschandelt durch Plastikmüll

Dieses Bild ruft noch einmal schön in Erinnerung, dass Müll nicht nur ein Umweltproblem ist, sondern unseren Alltag beeinflusst. Ich meine, wer möchte sich schon in so einen Park setzen? Ich jedenfalls nicht.

Reuse bedeutet, Dinge wiederzuverwenden, die wir sonst eigentlich wegwerfen würden. Ich gebe zu, dass das ein bisschen Fantasie voraussetzt, weil wir Objekten einen anderen Nutzen geben müssen. Einige einfache Dinge sind offensichtlich, wie zum Beispiel die Wiederverwendung von Marmeladen- und Honiggläsern, was schon meine Oma gemacht hat. So haben wir zu Hause eine Sammlung von Marmeladen- und Einmachgläsern, die man auch praktisch zum Aufbewahren von Gewürzen oder Kleinteilen wie Schrauben benutzen kann, wenn man keine eigene Marmelade kocht (obwohl die deutlich besser schmeckt). Bei anderen Dingen ist ein bisschen mehr Einfallsvermögen gefragt, zum Beispiel, wenn man aus Kaffeebechern Stifthalter zaubert.

Ganz besonders wichtig ist Reuse vor allem beim Thema Kleidung. Ständig wechselnde Fashiontrends und Modediktate, aber auch Fehlkäufe oder Veränderungen des Körpers führen dazu, dass die meisten von uns wahrscheinlich mehr Klamotten im Schrank haben, als sie eigentlich tragen. Wir kaufen also Klamotten, die oftmals mit umweltschädlichen Methoden und unter schlechten Bedingungen für die Arbeiter hergestellt wurden, und der Großteil bleibt doch ungenutzt im Schrank liegen. Was also tun?                                                 Du kannst:

  • Deine Klamotten in Second Hand-Läden oder auf Flohmärkten kaufen
  • Klamotten, die du nicht brauchst, in Second Hand-Läden oder auf Flohmärkten verkaufen
  • Online-Plattformen wie Kleiderkreisel zum Tauschen, Kaufen und Verkaufen nutzen
  • Kleidungsstücke mit ein bisschen Handarbeit umändern, verschönern oder sie benutzen, um etwas komplett Neues zu kreieren
  • Kaputte oder nicht mehr wiederverwendbare Stücke z.B. als Wischlappen benutzen

Ein weiteres klassisches Objekt, das sich hervorragend zum Wiederverwenden eignet, ist die Plastiktüte: Mal ganz davon abgesehen, dass Vermeiden hier immer noch die bessere Strategie ist, können wir sie beim nächsten Einkauf verwenden, oder als Mülltüte.

Reuse bedeutet aber auch, dass wir beim Einkaufen auf Produkte setzen sollten, die sich auch wiederverwenden lassen. Mit gebrauchten Papptellern kann man wahrlich nicht mehr so viel anfangen, im Gegensatz zu einem schönen robusten Keramikteller, der sich immer wieder benutzen lässt. Es gilt also, beim Einkauf auf Qualität zu setzen, auch wenn man vielleicht ein wenig mehr investieren muss. Auf lange Sicht lohnt es sich, denn was man wiederverwendet, muss man nicht neu kaufen.

Internet ist hier der größte Helfer überhaupt…Nirgendwo sonst finden sich so viele Ideen auf einem Haufen und es gilt: Wer sucht, der findet. Diverse Blogs, YouTube, Pinterest und andere Seiten sind praktisch eine riesige Sammlung an Ideen zur Wiederverwendung von als Abfall abgestempelten Objekten. Viel Spaß beim Suchen!

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5 Antworten zu Mach’s anders-Montag #21

  1. Hallo!

    Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, sprichst Du mir mit Deinem Beitrag rund herum aus der Seele, danke dafür!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Mach’s anders-Montag #22 | missmargarite

  3. Rüdi schreibt:

    Sehr gut reflektiert! Aber man muss den Dingen einen (reellen oder ideellen) Wert geben. Wenn die Plastiktüte keinen Wert hat, wird sie (irgendwo) weggeworfen. Der offensichtlich gern genutzte Park hat einen (Nutz-) Wert und wird durch die weggeworfene Plastiktüte entwertet. Ein Umdenken kann stattfinden, wenn der Parknutzer beim nächsten Parkbesuch eine (seine?) Plastiktüte störend findet. Manchmal muss man aber auch „organisiert“ nachhelfen, z.B. dass die EU der Plastiktüte einen reellen, d.h. monetären Wert verordnet. Auch gut.

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