Was weiß ich denn, was ich will

Fast jedes Mal, wenn ich neue Leute kennenlerne, ist eine der ersten Fragen: Warum bist du nach Argentinien gekommen? Oder ganz gerne auch: Warum machst du ein FSJ und hast nicht gleich nach dem Abi angefangen zu studieren?                                                                                               Die Antwort darauf ist noch vergleichsweise einfach, auch wenn ich unterschiedliche Gründe habe. Argentinien habe ich ausgewählt, weil mir die Fundación in der Liste der Organisationen nun mal am Besten gefallen hat, weil ich Spanisch lernen wollte und weil ich die Möglichkeit nutzen wollte, mal aus Europa rauszukommen.

Der wohl wichtigste Grund ist die (sinnvolle?) Überbrückung von Zeit. Ich hatte keine Ahnung, was ich studieren möchte, also hatte es wenig Sinn mich an einer Uni einzuschreiben. Meine zweite Option war so was in der Art von Work&Travel, aber letztlich habe ich dann doch entschlossen, dass ich nicht alleine losziehen möchte und habe mich für das FSJ entschieden.

Ein Jahr schien mir genügend Zeit, die Sprache und die Menschen hier gut kennenzulernen und durch meine Arbeit vielleicht was zurückzugeben, auch wenn ich als frischgebackene Abiturientin nicht wirklich das Musterstück einer qualifizierten Person bin. Gleichzeitig fand ich, dass mir die Arbeit hier genug Raum zum Lernen bietet, vor allem was Umweltthemen und Naturschutzarbeit angeht.

Die nächste Frage in einer Konversation, vor allem wenn ich verrate, dass ich noch nicht mit dem Studium angefangen habe, ist normalerweise Und, was machst du danach? Das ist dann der Zeitpunkt, an dem ich anfange verlegen von einem Fuß auf den anderen zu treten und dann ganz wahrheitsgemäß zu sagen: „Ich habe keine Ahnung. Ich mach ein dreimonatiges Praktikum und dann…tja, das wüsste ich auch gerne!“

Der Vollständigkeit halber muss ich sagen, dass ich zumindest schon mal weiß, was ich studieren will: Wirtschaftsingenieurswesen. Und dann will ich unbedingt Schwerpunkte in Richtung Energiewirtschaft/erneuerbare Energien/Umweltwirtschaft setzen, das ist mir in diesem Jahr zumindest schon mal klar geworden.

Und dann kommt der Moment, an dem ich selber beginne, mir Fragen zu stellen.Wo möchte ich studieren? (Ich habe eine Idee, aber bin ich mir sicher? Will ich nicht vielleicht doch im Ausland studieren?)Was fange ich mit der Zeit zwischen Praktikum und Studium an?Möchte ich reisen oder etwas Sinnvolles (?) tun und noch ein Praktikum machen, oder etwas, das mir dann vielleicht im Studium hilft?Wenn ja, wo? Es gibt so viele Orte auf der Welt, die ich gerne sehen würde, da kann ich mich fast gar nicht entscheiden, wo ich zuerst hin soll.

Vielleicht habt ihr es schon gemerkt, ich bin wohl eine Person, die sich so gar nicht entscheiden kann. Je mehr Möglichkeiten ich habe, desto schwerer wird es und wenn die Wahl dann noch längere Auswirkungen hat…dann wird es erst recht kompliziert.

Beruhigend ist, dass ich wahrscheinlich nicht die einzige Schulabgängerin der Welt bin, die alles anzweifelt und noch auf der Suche nach dem „großen Ziel“ im Leben ist. Ist aber auch echt schwer, wenn man spätesten alle vier Tage seine Meinung ändert. Backpacking in Kanada? Ein Praktikum in England? Oder vielleicht doch lieber an einer anderen Uni bewerben, um nicht so viel Zeit überbrücken zu müssen?                                                             Wie gut, dass ich noch ein bisschen Zeit habe, das zu entscheiden!

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