Mach’s anders-Montag #18

Es ist bequem, es spart Zeit und Fahrtweg, man hat eine größere Auswahl an Produkten und unendlich viel Zeit zu stöbern, ohne sich von Verkäufern/-innen beobachtet fühlen zu müssen. Auf den ersten Blick bietet es also viele Vorteile: das Online-Shopping.

Die mehr oder weniger neue Einkaufsmethode kommt auch entsprechend gut an: Laut Ecommerce Vision haben 90% der Internetnutzer schon einmal online etwas bestellt und 40% der Deutschen kaufen mehr als zehnmal im Jahr etwas im Internet. Den Löwenanteil der gekauften Artikel bestreiten dabei Bücher und Klamotten und inzwischen macht der Onlinehandel allein in Deutschland einen jährlichen Umsatz von fast 47 Milliarden Euro. Handel und Versand sind dabei so gut ausgebaut, dass die gekauften Waren in wenigen Tagen oder sogar Stunden zuhause ankommen – was eine ständige Verfügbarkeit von unzähligen Artikeln für den Kunden darstellt.

Klingt doch super, oder?

Ist es auch – aus Sicht der Konsumenten und der Internethändler betrachtet. Mit einem Marktwert von mehr als 172 Milliarden US-Dollar (Stand: 31.03.2015) gehört zum Beispiel das amerikanische Unternehmen Amazon zu den größten Unternehmen weltweit, gemessen an ihrem Marktwert. Onlinehandel ist also ein boomendes Geschäft.

Die Vorteile liegen auf der Hand, doch gibt es auch Nachteile? 

In der Tat bringt der Internetversand auch einige Nachteile mit sich, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zu erkennen sind. Wie schon in meinem Artikel zum Papier sparen erwähnt, verursachen Bestellungen im Internet eine Menge Verpackungsmüll, da viele Pakete Plastikverpackungen erhalten, zumindest aber Pappe oder Papier benötigen. So gingen im Jahr 2013 rund 1,1 Milliarden Pakete in Deutschland vom Versandhändler zum Kunden – da wird schon eine Menge Verpackungsmaterial gebraucht, das leider nicht immer aus Recyclingpapier oder -pappe besteht.

Der Versandhandel hat allerdings nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die Infrastruktur unserer Städte und Dörfer. Der neue Markt beeinflusst den Einzelhandel und vor allem die kleinen, lokalen Geschäfte stark. Da sich immer mehr Menschen dazu entschließen, den bequemen Weg zu gehen und sich die Waren direkt nach Hause schicken zu lassen, verlieren viele Geschäfte ihre Kunden und damit wichtigen Umsatz. Die Folge ist, dass sich vor allem kleinere Läden nicht mehr gegen die Konkurrenz wehren können und schließen müssen – was einen unvermeidlichen Verlust von Arbeitsplätzen mit sich bringt. Laut Städte- und Gemeindebund sind deutschlandweit etwa 50.000 Läden in städtischen Zentren in Gefahr.

Welche Alternativen gibt es?

Einige!

Wenn man auf den Komfort des Online-Shoppens nicht verzichten möchte, kann man sich nach ökologischen Alternativen umsehen. Nachhaltige und ökologisch verpackte Waren findet man zum Beispiel auf

Weiterhin umweltfreundlich ist das Kaufen gebrauchter Ware, wie zum Beispiel von Büchern oder Klamotten aus zweiter Hand. Diese findet man unter anderem auf

Davon abgesehen sollte man Einkaufsmöglichkeiten vor Ort vorziehen, wenn es geht. Einkaufen im Einzelhandel unterstützt die lokale Wirtschaft und das örtliche Angebot von Waren, das damit auch den Leuten erhalten bleibt, die kein Internet benutzen. Weiterhin kommt der Preis der Produkte oftmals direkt dem Erzeuger zugute, ohne das große Anteile an Zwischenhändler gehen. Zudem sollte man darauf achten (und man kann es auch eher beeinflussen als beim Bestellen im Internet), verpackungsarme oder sogar gänzlich unverpackte Alternativen auszuwählen.

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2 Antworten zu Mach’s anders-Montag #18

  1. Rüdi schreibt:

    Die Möglichkeit des Online-Bestellens und der Zusage einer Lieferung innerhalb z.B. 24 Stunden hat auch zu einer extremen Zunahme des LKW-Verkehrs vorrangig auf den (deutschen) Autobahnen und zu einer nächtlichen Blockierung vieler Autobahnparkplätze geführt. Die bestellte Ware muss hingebracht und -bei Nichtgefallen- wieder rücktransportiert werden.

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