Blog-Stille?

Es ist ja nun schon eine Weile her, dass ich geschrieben habe, deshalb möchte ich jetzt diesen Moment der Ruhe nutzen, mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Zuerst wünsche ich allen Lesern nachträglich frohe Ostern, ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende und konntet es mit euren Freunden oder eurer Familie verbringen!

Ich habe die Feiertage im Kreise meiner Freunde verbracht, wie die meisten Leute hier. Einige waren nicht da, weil über das Osterwochenende ein nationales Studententreffen stattfand, also haben wir Übrigen uns Samstag und Sonntag zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen getroffen: Zum Essen. Für Samstag habe ich Kekse gebacken, so als Dessert für alle (eigentlich Weihnachtsplätzchen, aber in neutraler Rechteckform) und ich kann euch sagen: Gar nicht so einfach mit diesem komischen Gasofen, weil sie oben nicht gar wurden und unten angebrannt sind, oder andersrum, je nachdem wo ich sie platziert habe. Sind am Ende aber doch ziemlich gut angekommen und waren der perfekte Abschluss zu dem peruanischen Essen, das Freunde gekocht hatten.

Sonntag war fast schon feierlich, als wir uns im Haus einer Freundin alle getroffen haben zum richtigen Osteressen, sehr international alles. Es gab ein französisches Entree, ein Käsegebäck dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, danach echt italienische Lasagne (mit argentinischen Zutaten versteht sich..) und als Nachtisch ein riesiges Ferrero-Schokoei. Als wir dann mit Rotwein angestoßen haben und uns gegenseitig „Felices Pascuas“ gewünscht haben, hatte alles schon richtig Feiertagscharakter, auch wenn ich Ostersonntag vorher noch nie mit Freunden verbracht habe.

Mit der Planung unseres Events geht es mehr oder weniger gut voran. Ich habe das Gefühl, dass wir ziemlich viel Zeit und Arbeit investieren, allerdings wenig dabei herauskommt. Hinzu kommen einige, um es mal sanft zu sagen, Kommunikationsprobleme innerhalb des Teams, die ziemlich nervig sind und Kraft kosten, sodass ich teilweise nach Hause komme und direkt ins Bett falle. Allerdings brauche ich nicht nur Kraft sondern auch Selbstbeherrschung, um in bestimmten Situationen die Ruhe und Professionalität zu bewahren und gewissen Personen nicht an den Hals zu gehen.

23 Tage fehlen noch und der Großteil der Arbeit bleibt an mir und Francesca (der italienischen Praktikantin, die von Anfang an mit mir zusammen in der Fundación arbeitet) hängen, da die beiden anderen Mitglieder des Teams sich großartig vor der Arbeit drücken. Die leeren Versprechungen, à la „Morgen komme ich in die Fundación“ und „Ja, ja, ich mach das sofort, wenn ich zuhause bin“ kenne ich inzwischen auswendig und weiß, das nichts dergleichen passieren wird. Jedoch haben wir noch keine Entscheidung getroffen, inwieweit wir den Direktor der Fundación darüber einweihen wollen, oder ob das eher kontraproduktiv wäre.

In den letzten Tagen haben wir jedenfalls eine ganze Menge Einladungen verschickt, an Organisationen und Firmen, die irgendwie mit Umweltschutz zu tun haben. Fast jede der über 30 Einrichtungen haben wir angerufen, um nach einem Ansprechpartner und einer Emailadresse zu fragen. Wenn mich jetzt jemand fragt, was ich in meinem FSJ gelernt habe, kann ich stolz „Leute anrufen“ zur Liste hinzufügen. Ich mag telefonieren nämlich gar nicht. Schon auf deutsch ist das jedes mal ein Horror, wenn ich jemanden anrufen muss und jetzt wurde ich dazu gezwungen und das auch noch auf Spanisch.

Nach dem dritten oder vierten Mal konnte ich dann aber schon den vorgeschriebenen Text weglassen und frei sprechen und gestern habe ich ein fast zehnminütiges Telefonat mit jemandem überstanden, der mir Fragen gestellt hat auf die eigentlich keine Antworten hatte. Vielleicht klappt das dann ja auch zuhause: Telefonieren ohne diese lästige Nervosität.

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