Mach’s anders-Montag #15

Die Organisation, in der ich hier in Argentinien arbeite finanziert sich zum großen Teil durch die Ausrichtung von diversen Kursen zu klassischen DIY-Themen. Dazu gehört unter anderem die Konservierung von Obst und Gemüse, Gartenbau, Käse- und Wurstherstellung, Bier brauen und Bienen züchten. Dass diese Sachen in einer Umweltschutzorganisation gelehrt werden, zeigt doch schon eins: Selbermachen ist nützlich für die Umwelt!

Selber machen kann man übrigens in allen Lebensbereichen – das fängt beim Kochen an und hört nicht zwingend beim Socken stricken wieder auf. Wenn man Dinge selbst herstellt, verringert man seinen Konsum, was wiederum Einsparung von Ressourcen bedeutet. Natürlich kann man nicht alles selbst machen (also man kann schon, aber dafür braucht man Zeit und Wissen…), aber ich denke, dass schon einige kleinere Projekte die Sicht auf den Wert der Dinge verändern. Wer einmal mitgekriegt hat, wieviel Arbeit in dem Nähen eines T-Shirts oder dem Stricken eines Schals stecken, der wird vielleicht ein wenig anders über den Preis denken, der in vielen Läden verlangt wird. Das hat dann nämlich aus was mit dem Wertschätzen der Arbeit eines anderen zu tun.

Einige Dinge, allen voran das Gärtnern, haben sogar direkt Auswirkungen auf unsere Umwelt. Mit ein paar Pflanzen mehr auf unserem Balkon machen wir die Stadt grüner und unsere Ernährung gesünder.

Und außerdem: Im Selbermachen steckt Individualität. Mit selbstgenähten Klamotten kannst du dir sicher sein, dass niemand im selben Kleid auf der Party auftaucht und ein selbst gebasteltes Geschenk in einer individuellen Verpackung kommt garantiert immer von Herzen! Ein gutes Buch zu dem Thema ist übrigens Hab ich selbst gemacht von Susanne Klingner. Darin berichtet sie von einem Selbstversuch, ein Jahr lang alles, was möglich ist, selbst zu machen. Das Buch ist witzig, berichtet von Missgeschicken genauso wie von Erfolgen und regt dazu an, direkt selbst Nadel und Faden in die Hand zu nehmen.

Im Selbermachen steckt übrigens auch ein bisschen Tradition, schließlich war das vor ein paar Jahrzehnten noch völlig normal. Vieles, was unsere Großeltern zu dem Thema noch wussten, kennen wir gar nicht mehr und stehen so vor dem großen Rätsel der Herstellung vieler Produkte, die wir ja praktischerweise fertig und abgepackt im nächsten Supermarkt kriegen.

Also: Kocht doch morgen mal selbst, anstatt eine Tiefkühlpizza aufzutauen, oder nehmt mal Nadel und Faden in die Hand, anstatt den nächsten Schal im Laden zu kaufen, denn Stricken ist nicht nur was für Omis, wie zum Beispiel die weltweite Strickbewegung Stich‘ n Bitch zeigt.

P.S.: Mein nächstes Projekt ist übrigens ein Pullover für den Winter..ich werde berichten, sobald ich es mal zum Wollgeschäft geschafft habe 😉

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